Die Voraussetzungen für die Scheidung einer Ehe werden in den §§ 1564 ff. BGB geregelt.
Eine Ehe kann demnach geschieden werden, wenn sie gescheitert ist. Entgegen dem früheren Recht ist ein Verschulden nicht erforderlich. Das nunmehr geltende Recht richtet sich nach dem Zerrüttungsprinzip ( § 1565 BGB ).

Voraussetzung für die Scheidung einer Ehe ist ein Scheidungsantrag beim zuständigen Familiengericht durch einen zugelassenen Rechtsanwalt. Wegen der hohen wirtschaftlichen Bedeutung der Scheidung ist die Bevollmächtigung eines Rechtsanwaltes zwingend vorgeschrieben. Bei einer einverständlichen Scheidung reicht die Beauftragung eines Rechtsanwaltes, was zur Vermeidung unnötiger Kosten führt.

Nach dem Zerrüttungsprinzip ist eine Ehe gescheitert, wenn die Lebensgemeinschaft der Ehegatten nicht mehr besteht und nicht erwartet werden kann, dass die Ehegatten sie wieder herstellen.
Leben die Ehegatten noch nicht ein Jahr getrennt, so kann die Ehe nur dann geschieden werden, wenn die Fortsetzung der Ehe für den Antragsteller aus Gründen, die in der Person des anderen Ehegatten liegen, eine unzumutbare Härte darstellen würde. Eine unzumutbare Härte ist zum Beispiel gegeben, wenn körperliche Misshandlungen des anderen Ehegatten oder anderer Familienmitglieder vorliegen. Zum Schutz dieses Ehegatten hat der Gesetzgeber zudem nunmehr das Gewaltschutzgesetz geschaffen.

Es wird unwiderleglich vermutet, dass die Ehe gescheitert ist, wenn die Ehegatten seit einem Jahr getrennt leben und beide Ehegatten die Scheidung beantragen oder der Antragsgegner der Scheidung zustimmt. Unwiderlegbar wird vermutet, dass die Ehe gescheitert ist, wenn die Ehegatten seit drei Jahren getrennt leben.

Die Gatten leben dem Gesetz zufolge getrennt, wenn zwischen ihnen keine häusliche Gemeinschaft mehr besteht und ein Ehegatte sie erkennbar nicht herstellen will, weil er die eheliche Lebensgemeinschaft abgelehnt. Die häusliche Gemeinschaft besteht auch dann nicht mehr, wenn die Ehegatten innerhalb der ehelichen Wohnung getrennt leben. Ab dem Zeitpunkt des Getrenntlebens hat der Ehegatte Anspruch auf Getrenntlebendenunterhalt. Spätestens zu diesem Zeitpunkt sollten Sie einen Rechtsanwalt mit der Wahrnehmung ihrer Interessen und Durchsetzung ihrer Ansprüche beauftragen. Näheres zum Unterhalt während des Getrenntlebens und nach der Scheidung finden Sie

hier.