Unfall / was tun ?

Richtiges Verhalten beim Unfall stärkt Ihre Position in einer späteren rechtlichen Auseinandersetzung. Dabei geht es um Ihr Geld.
Falsches Verhalten nach dem Unfall kann zum Verlust von Ansprüchen führen. Nehmen Sie deshalb umgehend mit dem Rechtsanwalt Ihres Vertrauens Kontakt auf, damit die Weichen für das weitere Vorgehen von Anfang an richtig gestellt werden. Oftmals ist es allerdings so, dass ein Rechtsanwalt erst Tage nach dem Unfall mit der Durchsetzung der Ansprüche beauftragt wird, wenn der Betroffene merkt, dass die gegnerische Versicherung bei der Regulierung des Schadens sträubt. Bis zu diesem Zeitpunkt gilt es alle rechtlichen Klippen selbst zu umschiffen.

Was müssen Sie in der konkreten Unfallsituation unbedingt beachten.

Das erste Gebot heißt: Anhalten !!!

Das Gesetz verpflichtet jeden, dessen Verhalten zu dem Unfall beigetragen haben könnte, zunächst am Unfallort zu verbleiben und die erforderlichen Feststellungen zu ermöglichen. Ausnahmen gelten nur in absoluten Notfällen, wenn zum Beispiel ein Schwerverletzter versorgt werden muss. Unfallflucht ist kein Kavaliersdelikt, sondern wird streng bestraft. Sollten Sie sich unerlaubt vom Unfallort entfernen, so erfüllt dies den Tatbestand des § 142 StGB. Es drohen Führerscheinverlust und eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren. Ferner können Sie Ihren Versicherungsschutz gefährden. Sollte es bei dem Unfall zu dem zu einem Personenschaden gekommen sein, könnte zudem der Straftatbestand der unterlassenen Hilfeleistung gem. § 323 c StGB erfüllt sein. Im schlimmsten Falle könnte eine Körperverletzung bzw. Totschlag durch Unterlassen vorliegen. In jedem Fall muss daher angehalten werden.

Der nächste Schritt heiß: Unfallstelle absichern !!!

Sorgen Sie dafür, dass Sie, die anderen Unfallbeteiligten und die übrigen Verkehrsteilnehmer nicht gefährdet werden. Stellen Sie sicher, dass einem eventuellen Verletzten keine unmittelbare Gefahr droht und sichern dann die Unfallstelle ausreichend ab.
Schalten Sie dazu die Warnblinkanlage ein, und stellen das Warndreieck in ca. 100 Meter Entfernung vom Unfallort an einer gut sichtbaren Stelle auf. Auch bei Missachtung dieser Vorgehensweise können Sie sich strafbar machen uns sehen sich eventuellen zivilrechtlichen Ansprüchen ausgesetzt.

Nun obliegt es Ihnen, die weiteren Schritte einzuleiten. Kümmern Sie sich um die Verletzten und sorgen Sie dafür, dass entsprechende Rettungsmaßnahmen eingeleitet werden. Setzen Sie gegebenenfalls einen Notruf ab.

Der nächste Schritt heißt: Personalien austauschen

Sie sind gesetzlich dazu verpflichtet, solange am Unfallort zu verbleiben, bis Sie zu Gunsten der Unfallbeteiligten die Feststellung ihrer Person, der Versicherung, Ihres Fahrzeuges und ihrer Art der Bet. an dem Unfall ermöglicht haben. Auf Verlangen müssen Sie Führerschein, Fahrzeugpapiere aushändigen und Angaben über ihre Versicherung nach bestem Wissen geben. Andernfalls machen Sie sich strafbar!

Ist niemand an der Unfallstelle, z. B. weil sie gegen einen geparktes Auto gefahren sind, oder aber sich der Unfall zu nächtlicher Zeit oder außerhalb einer Ortschaft ereignet hat, müssen Sie in jedem Fall eine angemessene Zeit warten. Kommt in dieser Zeit niemand, müssen Sie vor dem Entfernen vom Unfallort Ihre Personalien hinterlassen und umgehend die nächste Polizeidienststelle informieren!

Brauchen Sie die Polizei ?

Dies hängt von den Umständen des Einzelfalles ab. Ist die Schuldfrage nicht eindeutig, bzw. leugnet der Unfallverursacher den Unfall verursacht zu haben, sollten Sie in jedem Fall die Polizei verständigen. Durch die Verständigung der Polizei sind Sie in jedem Fall auf der sicheren Seite. Es ist allerdings möglich, dass durch die Einschaltung der Polizei weitere Verfahren eingeleitet werden, z.B. ein Strafverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung oder aber ein Ordnungswidrigkeitenverfahren.
Unabhängig von der Einschaltung der Polizei, sollten Sie alle zur Verfügung stehenden Beweismittel sichern und die Anschriften der eventuellen Zeugen notieren. Bei schweren Unfällen sollte die Position der verunglückten Kraftfahrzeuge nicht verändert werden. Ansonsten markieren Sie die Position der Kraftfahrzeuge und fertigen Sie gegebenenfalls Fotos.

Was Sie auf keinen Fall tun sollten :

Geben Sie unter keinen Umständen pauschale oder teilweise Schuldanerkenntnisse ab. Durch die Abgabe eines Schuldanerkenntnisses gefährden Sie unter Umständen Ihren Versicherungsschutz. Der Versicherte ist nämlich nicht berechtigt ohne Zustimmung des Versicherungsunternehmens seine Schuld ganz oder teilweise anzuerkennen!
Ungebetene Unfallhelfer sollten Sie besonders kritisch unter die Lupe nehmen. Es könnten »Abschlepphaie« sein, die Sie unter dem Vorwand der Hilfsbereitschaft nur ausnehmen wollen. Lassen Sie sich in jedem Fall mündlich vor Zeugen oder schriftlich den Preis für die angebotenen Dienste bestätigen.
Halten Sie sich im Zweifel lieber an Unternehmen, die Ihnen von den Automobilclubs und Straßenmeistereien als seriös empfohlen werden.
Besonders vorsichtig sollten Sie sein, wenn Ihnen eine kostenlose Schadensregulierung unter der Bedingung angeboten wird, daß Sie Ihre Ersatzansprüche abtreten. Solche Angebote sind nicht zu Ihrem Vorteil.
Nach dem Unfall sind Sie gesetzlich verpflichtet auch ihre eigene Versicherung innerhalb von einer Woche über den Unfall zu informieren. In einem weiteren Schritt setzen Sie sich mit der gegnerischen Haftpflichtversicherung in Verbindung und lassen sich die dortige Schadensnummer geben.

In einem weiteren Schritt sollten Sie in jedem Fall einen Anwalt Ihres Vertrauens mit der Wahrnehmung ihrer Interessen beauftragen. Die Kosten der Beauftragung eines Rechtsanwaltes trägt in der Regel, bis auf extreme Ausnahmen, die Versicherung des Unfallgegners. Selbst wenn Ihnen klar ist, daß auch Sie einen Teil des Verschuldens am Zustandekommen des Verkehrsunfall tragen, sollten Sie es ebenfalls nicht versäumen Ihren Anwalt einzuschalten. Denn in vielen Fällen kann er doch noch eine Quotelung erreichen, so daß Sie Ihren Schaden nicht gänzlich alleine zu tragen haben und zumindest noch einen Teil vom Unfallgegner ersetzt bekommen.

Durch die Beauftragung eines Rechtsanwaltes können Sie sicher sein, dass sie keinerlei Ansprüche verschenken. Die Zahl der ihnen zustehenden Ansprüche ist immens und würde den Rahmen dieses Beitrages sprengen. Wussten sie zum Beispiel, dass ihnen bei einer Verletzung die Kosten der Haushaltsführung erstattet werden können. 
Ihr Rechtsanwalt kann Ihnen alle ihre Ansprüche nennen und Fragen beantworten können.

z. B.:

- was bedeutet merkantiler Minderwert
- darf ich mein Fahrzeug trotz Totalschadens noch reparieren lassen 
- wie hoch ist die mir zustehenden Nutzungsentschädigung
- wo sollte ich ein Sachverständigengutachten einholen (auf ein Sachverständigengutachten der gegnerischen Versicherung sind sie unter keinen Umständen angewiesen)
- wie hoch ist der mir zustehenden Schmerzensgeldanspruch
- bekomme ich die in dem Sachverständigengutachten ausgewiesene Mehrwertsteuer erstattet
- darf ich ein Sachverständigengutachten einholen oder aber muss ich mich mit einem Kostenvoranschlag begnügen
- darf ich mir einen Mietwagen nehmen und wenn ja welchen
- was bedeutet Abrechnung auf Neuwagenbasis
- was bekomme ich ersetzt, wenn ich meinen PKW nicht reparieren lassen
- muss ich ein Kaufangebot der gegnerischen Versicherung zu meinem Unfallfahrzeug annehmen
- etc.

Dies seien bloß ein paar Ansprüche, die im Rahmen eines Verkehrsunfalls zu bedenken sind. Von einem Laien kann jedoch nicht verlangt werden, dass er alle seine Ansprüche kennt. Ihr Rechtsanwalt kann für Sie alles erforderliche regeln und des weiteren Akteneinsicht beantragen.
Im Übrigen lässt sich ein Unfall unter Zuhilfenahme eines Rechtsanwaltes im Regelfall wesentlich schneller abwickeln. Das bedeutet für Sie konkret, dass sie schneller an ihr Geld kommen.

Sollten Sie sich nunmehr entschlossen haben, einen Rechtsanwalt zwecks Durchsetzung ihrer Ansprüche zu beauftragen, wäre es hilfreich den so gut wie möglich ausgefüllten Fragebogen für Anspruchsteller zum Termin mitzubringen.