Informationen zur Betreuungs-, Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht

Schicksal?
Es kann jeden treffen!

Im Gegensatz zum allseits bekannten Testament hat der Gesetzgeber es jedem Einzelnen ermöglicht seinen Willen im Falle eines Falles weitgehend selbst zu bestimmen. Betreuungs-, Patientenverfügungen und Vorsorgevollmachten fristen leider noch zu häufig in den Gedanken jedes Einzelnen ein Nischendasein und sollen aus diesem Grund nachfolgend kurz vorgestellt werden.

  • Durch einen Verkehrsunfall kann es zum Bewusstseinsverlust schlimmstenfalls zum Koma kommen

  • Ein Schlaganfall kann Lähmungen hervorrufen und Gehirnfunktionen beeinträchtigen

  • Schizophrenie - eine psychische Krankheit verändert das Leben

  • Altersdemenz führt bis zur völligen Hilflosigkeit

Wer regelt dann Ihre Angelegenheiten?

Jeder Mensch sollte sich daher die ernste Frage stellen: "wie kann ich dafür sorgen, dass meine Wünsche und Vorstellungen auch dann respektiert werden, wenn ich selbst nicht mehr dazu in der Lage bin?“

 Wenn volljährige Menschen ihre persönlichen und rechtlichen Angelegenheiten nicht mehr selbst erledigen können, weil sie psychisch krank, geistig behindert, altersverwirrt oder körperlich schwer behindert sind, kann für sie eine Betreuung durch das Vormundschaftsgericht eingerichtet werden. Betreuung bedeutet eine rechtliche Vertretung in den im Gesetz vorgesehenen Fällen und wird vom Gericht angeordnet um Angelegenheiten wie Vermögensverwaltung, Einwilligung in ärztliche Behandlungen, Unterbringung in Altenheimen, Rentenangelegenheiten, usw. zu regeln. Diese Aufgabe wird häufig einer dem Betroffenen unbekannten Person übertragen.

Um der gerichtlichen Festlegung eines völlig Unbekannten als Betreuer zu vermeiden empfiehlt es sich aus diesem Grund im Rahmen einer Betreuungsverfügung festzulegen welche Personen von Ihnen als Betreuer gewünscht werden. Dies hat den Vorteil, dass nicht nur eine gewünschte Vertrauensperson als Betreuer eingesetzt wird, sondern auch dass das eigene Vermögen nicht durch die Bezahlung eines Berufsbetreuers aufgezehrt wird. Einer von Ihnen auserwählten Vertrauensperson steht insoweit allenfalls eine geringfügige Entschädigung zu – die in den allermeisten Fällen aber nicht geltend gemacht wird.

Als weiteren Baustein der juristischen Vorsorge gilt es die Vorsorgevollmacht zu benennen. Im Unterschied zur generellen Vollmacht gilt die Vorsorgevollmacht nur unter bestimmten Bedingungen: ‚nämlich nur für den Fall, wenn ich selbst nicht mehr entscheidungsfähig bin'. Hiermit kann auch der teilweise berechtigten Sorge Rechnung getragen werden, dass mit einer frühzeitig gegebenen generellen Vollmacht, unabhängig vom Gesundheitszustand, auch Missbrauch getrieben werden kann. Mit einer Vorsorgevollmacht kann sichergestellt werden, dass tatsächlich eine Person meines Vertrauens an meiner Stelle Entscheidungen treffen kann, die die gleiche Bedeutung haben, als hätte ich sie selbst so getroffen.
Im Wesentlichen wird mit einer Vorsorgevollmacht die Möglichkeit eingeräumt für den Vollmachtgeber, Bank- und Behördengeschäfte zu erledigen, Briefe zu öffnen – kurz die notwendigen rechtsgeschäftlichen Handelungen vornehmen zu können.

Unter dem Begriff Patientenverfügung versteht man eine schriftliche oder mündliche Erklärung eines einsichts- und urteilsfähigen Menschen, dass er in bestimmten, mehr oder weniger konkret benannten Krankheitssituationen, auch Unfallsituationen, keine Maßnahmen zur Verlängerung seines Lebens wünscht und oder die Umstände seines Sterbens in einer bestimmten Art und Weise gestaltet wissen möchte. Diese Verfügung soll dazu dienen, unnötige Lebensverlängernde Maßnahmen, die letztlich das Leid nur auf einen längeren Zeitraum strecken, zu unterbinden. Nicht alles was intensivmedizinisch möglich ist, verbessert die Lebensqualität über den Krankheitszeitraum. Grundlage für die Patientenverfügung ist, dass gegen den Willen des Patienten eine Behandlung weder begonnen noch fortgesetzt werden darf.
Auch wenn der Arzt in jeder Situation den Einzelfall zu bewerten hat, muss er die Patientenverfügung als wirksame Willensäußerung berücksichtigen und hat sie zu respektieren.

Mit der Errichtung zuvor vorgestellter Verfügungen machen Sie von Ihrem Selbstbestimmungsrecht gebrauch um auch schwierige Lebensphasen nach Ihrem persönlichem Willen mitzugestalten. Alle drei Erklärungen bieten keine Absicherung gegen Krankheit und deren Folgen aber sollen der betroffenen Person die Möglichkeit geben, für den Fall der Fälle vorgesorgt zu haben. Sie sind allesamt jederzeit formlos zu widerrufen für den Fall, dass Sie sich nicht mehr an Ihre einmal geäußerten Wünsche halten wollen.

Als Rechtsanwalt kann ich Ihnen helfen auf Ihre persönliche Lebenssituation zugeschnittene Verfügungen und Vollmachten zu erstellen und Ihre weitergehenden Fragen zu beantworten. Die notarielle Bestätigung ist gesetzlich nicht vorgeschrieben und spart somit Kosten.